Wir leben ewig…oder nicht?

Das Leben eines Menschen ist verdammt kurz. Das weiß natürlich jeder und immer mal wieder liest man auch inspirierende Zitate darüber, wie schnell alles vorbei sein kann und dass man etwas aus seinem Leben machen soll.

Aber wie viele handeln dann auch tatsächlich so?

Nicht viele Menschen.

Die allerwenigsten.

Denn in unserer westlichen Gesellschaft ist alles darauf ausgerichtet, zu vertuschen, dass wir nicht ewig leben.

Wir tun so, als könne mal sein Leben ja noch einmal leben, wenn das erste eben nicht so toll war.

Es wird immer mehr konsumiert, immer mehr, höher, schneller gebaut, besseres Auto, größeres Haus, mehr Klamotten, mehr unnütze Dinge, die niemand braucht.

Und dann verschwenden wir alle unsere kurze Lebenszeit damit, diese unnützen Dinge aufzuräumen, in Stand zu halten, uns davon stressen zu lassen.

Da muss das viel zu große Haus geputzt werden und der Garten gemacht und das Auto repariert werden.

Schnell noch da und dahin fahren, Einkaufen, Essen, das uns krank macht, jeden Tag stundenlang sitzen, denn „irgendwoher muss das Geld ja kommen“.

Wie oft ich diesen Satz gehört habe. Er steht eigentlich unter jedem Beitrag oder Video, in dem (für mich) inspirierende Menschen davon berichten, wie sie ihr Leben komplett umgekrempelt haben und nun alternative Wege gehen-mit weniger Geld, weniger Arbeit, weniger Dingen.

Und mit mehr Freizeit, Natur, gutem Essen und: Menschen.

Ich weiß, was ich nicht will: Eine „normale“ Standart-Arbeitswoche, bei der ich abends kaputt nach Hause komme, mich vor den Fernseher setze und nur eines tue: Den ganzen Tag denken: Wann ist endlich wieder Freitag?

Ich will niemals wieder in meinem Leben nur aufs Wochenende hin leben. Und Angst haben vor Montag.

Ich weiß, ich weiß, was ich zu hören kriegen werde: Ja, aber man braucht doch Geld zum Leben! Ja, aber wie soll ich denn sonst meine Familie ernähren?

Ja, aber…?

Meine Ja, aber…? sind:

Ja, aber wie soll ich glücklich werden, wenn ich nicht das tue, was ich wirklich will?

Ja, aber wieso sollte ich mich nicht dafür entscheiden, weniger zu arbeiten und so mit weniger Geld zu leben?

Ich bin Studentin und muss daher nur für mich selbst sorgen, mögen einige einwenden.

Aber ich kenne kein Kind, dass sich nicht darüber freut, wenn es statt dem neuen Elektronik Gadjet oder einem größeren Fernseher mehr Zeit mit Mama und Papa verbringen kann.

Vielleicht sehe ich das alles unrealistisch und habe keine Ahnung davon. Aber mein Gefühl sagt mir ganz klar, dass hier etwas ganz falsch läuft.

Ich möchte einen anderen Weg gehen.

Dafür verzichte ich auf zwei Wochen Urlaub aus dem Katalog einmal im Jahr.

Auf neue Klamotten jeden Monat.

Auf die neuste Elektronik.

Auf Stress und Zerstörung meiner Gesundheit.

Und wenn es nur zwei Stunden weniger Arbeit sind für den Anfang, die bedeuten, dass man auf das tolle Zeitschriftenabo verzichtet oder aufs auswärts Essen jede Woche.

Ich weiß nur: Ich lebe nicht ewig. Mir wurde dieses eine Leben geschenkt. Und ich mache nicht mit bei etwas, das nur eine Konstruktion ist, eine Illusion, von Menschen aufgebaut, die immer mehr wollen, um ihre innere Leere zu füllen. Nein, danke!

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